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Website von Thomas Baumgartner

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Dreierserie: Verdächtiges Grün 1-3

 

Inspirationen

Ursprünglich komme ich aus Basel und wohne seit vier Jahren in Wald AR. In meinem Atelier im umgebauten Appenzellerhaus male ich regelmässig Bilder. Ich lasse mich von täglichen Lebensereignissen, Stimmungen, Gefühlen und Begegnungen zu meinen Bildern inspirieren. In der Regel male ich ungegenständlich. Das heisst, ich arbeite mit abstrakten Formen, mit Farben und mit Linien. Manchmal verirrt sich auch eine konkrete Form in meine Bildsprache. Das Zusammenspiel der Farben und Flächen, das Klären und Abgrenzen mit Linien, die Dynamik der Pinselsprache wecken in mir neue Assoziationen und Ideen.

Manchmal dauert es Wochen oder gar Monate bis ein Bild fertig ist. Fertig heisst, es beinhaltet für mich eine Aussage, eine Stimmung, eine stille Melodie oder es übt eine unerklärliche Faszination aus, die mich immer wieder zum Anschauen und Reflektieren des Werks zwingt. Ich verändere, übermale, verdichte oder entferne Elemente aus dem Bild. Oft entdecke ich so auch immer wieder neue Aspekte oder finde neue Formen in meiner Bildsprache. Ausserdem muss für mich auch die Balance zwischen Dynamik und Harmonie stimmen. Aus meiner Sicht gibt es keine schönen oder hässlichen Bilder. Ein Bild muss die Betrachter ansprechen, ihnen oder mir selber gegenüber eine Aussage machen, zum Nachdenken anregen, Erinnerungen und Gefühle wecken oder Widerspruch provozieren.

Das Schwierigste im Malprozess ist, jeweils zu dem Punkt zu kommen, an dem ich das Bild für beendet erkläre. Manchmal bin ich mit dem Ergebnis nach einem Arbeitstag sehr zufrieden. Trotzdem muss ich es möglicherweise am nächsten Morgen übermalen oder weiterbearbeiten, weil es nicht mehr das hält, was es zuvor vermeintlich versprochen hat.

Meine Maltechnik

Meistens arbeite ich mit Acrylfarben auf Leinwand. Ich benutze sie deckend und lasierend. Manchmal male ich klare Formen, teilweise verläuft die Farbe, rinnt als Träne über die Malfläche oder verspritzt. Zwischendurch gestalte ich mit Collageelementen. Das sind Ausschnitte aus alten Bildern, Stoff-, Holz-, oder Papierreste. Oft werden mit Fettkreide die Flächen neu geordnet, abgegrenzt, neu formuliert, verfeinert oder verstärkt.

Das Auswählen von einzelnen Bildausschnitten aus einem grossen Bild ist ein weiterer Gestaltungsschritt. Es entstehen neue Kombinationen, Kompositionen und diese lassen andere Assoziationen entstehen. Daraus entsteht sowohl inhaltlich als auch gestalterisch ein ganz neues Bild. Meine kleineren Bilder sind so entstanden.

Kurzer Lebenslauf

Nach der Matur habe ich in Basel eine 5-jährige Ausbildung zum Zeichenlehrer (heute: Lehrer für Kunst und Gestaltung) an der Schule für Gestaltung (heute Fachhochschule Nordwestschweiz) gemacht. Danach habe ich 37 Jahre zuerst Bildnerisches Gestalten, Kunst- und Bildbetrachtung im Gymnasium und später zusätzlich Deutsch an der Orientierungsschule unterrichtet. In dieser Zeit habe ich auch sporadisch an verschiedenen Einzel- oder Gruppenausstellungen in Basel teilgenommen. Seit meinem Umzug nach Wald male ich regelmässig in meinem Atelier, gestalte Skulpturen und schreibe Texte.

Was beim Betrachten (möglicherweise) passiert

In der Regel passiert beim intensiven Betrachten der Bilder bei aussenstehenden Betrachterinnen oder Betrachtern etwas Ähnliches wie beim Malen selber. Ein Bild spricht sie an, oder eben nicht. Es löst etwas in ihnen aus, bringt sie zum Nachdenken, bewegt etwas, assoziiert etwas, lässt eine Interpretation entstehen. Das kann etwas ganz Anderes sein, als es beim Künstler assoziiert hat. Aber genau das ist das Geheminis der Kommunikation, die durch die Bildsprache auf einer anderen Ebene als der sprachlichen passiert. Der Künstler wird als intensiver Wahrnehmer seiner Umgebung und seiner Erlebniswelt inspiriert, ein Bild zu malen. Der Malprozess inspiriert ihn zu neuen Farben, Formen, Veränderungen und Assoziationen. Ein beendetes Bild inspiriert die Betrachterin, den Betrachter zu eigenen Assoziationen und Interpretationen.

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