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Website von Thomas Baumgartner

 

GUTE SCHULE

 

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Standards für gute Schulen                                                                                                                 


Veränderung:

alle Schulen sollten diese Standards erfüllen!

 

Es gibt einige wichtige Merkmale, an denen man erkennen kann, wie gut und effizient eine Schule ist. Im Rahmen eines Pilotprojekts im Bildungsraum Nordwestschweiz haben wir in einer Arbeitsgruppe Standards diskutiert, die unserer Meinung nach eine gute Schule ausmachen. Wesentlich dabei ist, dass es sich nicht um einzelne Merkmale handelt, die teilweise sporadisch erfüllt, teilweise nicht erfüllt sein können. Sondern es handelt sich um ein Netzwerk von Bedingungen, die sich gegenseitig ergänzen, unterstützen und voneinander abhängig sind.

 

Lass dich anregen und diskutier mit!

 

Den Einzelnen gerecht werden – individuelle Förderung und Herausforderung

Die wichtigsten Vorgaben für jede Schule sind die ihr anvertrauten Kinder, so, wie sie sind, und nicht so, wie wir sie uns wünschen mögen. Sie haben ein Recht darauf, als einzelne, unverwechselbare Individuen mit unverfügbarer Würde ernst genommen zu werden. Sie haben ein Recht darauf, dass die Schule für sie da ist und nicht umgekehrt.

Diese Standards sind nach folgenden Rubriken differenziert:

  1. Individuelle Zuwendung, Betreuung
  2. Individualisierung des Lernens
  3. Förderung/Integration
  4. Feedback, Lernbegleitung, Leistungsbewertung

 

„Das andere Lernen“ – erziehender Unterricht, Wissensvermittlung, Bildung

Schulen haben die Aufgabe, die Heranwachsenden mit den Grundlagen unserer Kultur vertraut zu machen: Wissenschaft und Technik, Religion und Philosophie, Kunst, Musik und Literatur. Bildung heißt, sich diese Grundlagen je individuell und gemeinsam mit anderen erschließen zu können, sich Sinn- und Wertfragen zu stellen, sich in der Demokratie zu bewähren, die Verfahren der Wissenschaft und die Formen und Wirkungen ästhetischen Gestaltens zu erproben und zu verstehen. Lernen ist umso wirksamer, je mehr es an Erfahrung, (Selbst-)Erprobung, Bewährung und Ernstfall gebunden ist. Lernen ist umso weniger wirksam, je stärker es nur rezeptiv, fremdgesteuert, einseitig kognitiv bleibt: „paper and pencil“ sind wichtige Hilfsmittel, aber schlechte Lehrmeister. Lernen braucht Erlebnis und Erfahrung ebenso wie Übung und Systematik; seine Qualität hängt davon ab, wie sich beide ergänzen. Lernen ist ein individueller Prozess, der sich im sozialen Kontext vollzieht, ist angewiesen auf kooperatives Handeln, Erforschen und Erproben. Neugier, „Forschergeist“, Lernfreude und Ernst sind die Voraussetzungen für die aktive „Aneignung von Welt“, die den Kern von Bildung ausmacht. Die wichtigste Aufgabe der Schule ist, Lernen so anzulegen, dass daraus Bildung werden kann. Darum braucht Lernen Freiraum: die Freiheit der Schule, den Unterricht jeweils neu zu denken und auf Bildung anzulegen, Zeit und Freiheit für aktive Formen der Aneignung, für selbstständiges und selbsttätiges Lernen und eigenverantwortliches Handeln. Lernen braucht individuelle und gemeinsame Rückmeldung, Präsentation und gesellschaftliche Anerkennung von Ergebnissen.

Diese Standards sind nach folgenden Rubriken differenziert:

  1. Lernen in Sinnzusammenhängen/Erfahrungsorientierung
  2. Selbstverantwortetes, selbsttätiges Lernen
  3. Freude am Lernen und Gestalten
  4. Differenzierung
  5. Qualitätskriterien für/ Bewertung und Präsentation von Leistungen

 

Schule als Gemeinschaft – Demokratie lernen und leben

Demokratie und Schule sind wechselseitig aufeinander angewiesen. Die Schule muss selbst ein Vorbild der Gemeinschaft sein, zu der und für die sie erzieht. Sie muss ein Ort sein, an dem Kinder und Jugendliche die Erfahrung machen, dass es auf sie ankommt, dass sie gebraucht werden und „zählen“. Sie muss ihnen die Zuversicht mitgeben, dass das gemeinte gute Leben möglich ist, dass es dabei auf jeden Einzelnen ankommt, dass Regeln und Ordnungen hilfreich und notwendig sind. Zu diesem guten Leben gehört, dass die Unterschiedlichkeit und Vielfalt der Menschen als Reichtum angesehen wird, dass Schwächere geschützt werden, dass die gemeinsam festgelegten Regeln und geltenden Werte dem Egoismus der Einzelnen Grenzen setzen. Dazu gehört auch die Erfahrung von gemeinsamen Festen, Feiern und Reisen, von selbst gestalteter freier Zeit und Diensten an der Gemeinschaft, von Orientierung in der Arbeitswelt und der Suche nach dem eigenen Platz in der Gesellschaft. Die Werte, zu der die Schule erzieht, müssen mehr als „Unterrichtsstoff“ sein; Selbstständigkeit und Verantwortung, Solidarität und Hilfsbereitschaft, Empathie, Zuwendung und Mitleid müssen im Alltag gelebt werden. Die Zukunft der „Bürgergesellschaft“ hängt auch davon ab, ob und wie die nachwachsende Generation sich ihre kulturelle Überlieferung und ihre Werte aneignet; dazu gehört auch, andere Kulturen zu verstehen und achten zu lernen.

Diese Standards sind nach folgenden Rubriken differenziert:

  1. Achtungsvoller Umgang/Schulklima
  2. Schule als Lebens- und Erfahrungsraum
  3. Schule als demokratische Gemeinschaft und Ort der Bewährung
  4. Öffnung der Schule/Teilhabe an der Gesellschaft

 

Schule als lernende Institution – Reformen „von innen“ und „von unten“

Die Schule muss auch darin Vorbild sein, dass sie selbst mit dem gleichen Ernst lernt und an sich arbeitet, wie sie es den Kindern und Jugendlichen vermitteln will. Sie muss eine sich entwickelnde Institution sein und sich zugleich treu bleiben. Ihre Arbeit ist nie „fertig“, weil sie auf sich wandelnde Bedingungen und Anforderungen jeweils neu antworten muss. Ihre Qualität bemisst sich daran, was sie tut, um solche Antworten zu finden. Dazu braucht die Schule Freiraum und übernimmt Verantwortung: für Beobachtung, Kritik, Verständigung und Umsetzung der Ergebnisse in Reformarbeit. Sie muss in der Überzeugung arbeiten können, dass eine bessere Pädagogik nicht „von außen“ und „von oben“ verordnet, sondern jeweils neu mit dem Blick auf die Kinder und Jugendlichen „von innen“ und „von unten“ entwickelt werden muss.Die Standards zu dieser Vorgabe sind nach folgenden Rubriken differenziert:

Diese Standards sind nach folgenden Rubriken differenziert:

  1. Schulprofil und Schulentwicklung
  2. Arbeitsklima und Organisation
  3. Evaluation
  4. Fortbildung

    Quelle: „Blick über den Zaun“, Bündnis reformpädagogisch orientierter Schulen

 

Aufgrund der oben aufgeführten Standards weisen gute Schulen die nachfolgenden Merkmale auf:

Merkmale

  • Geleitete Schule mit grosser Teilautonomie 
  • Integrierte Gesamtschule mit Mittagstisch und ergänzenden Tagesstrukturen. 
  • Blockzeiten losgelöst von bisherigen 45-Minuten Lektionen 
  • Teilweise Stufen-übergreifende Unterrichtselemente und Projekte 
  • Arbeitszeit der Lehrpersonen findet hauptsächlich vor Ort statt (Präsenzzeit) 
  • Ganze Bandbreite der Schüler/innen (Spiegel der Gesellschaft) wird unterrichtet 
  • Individuelle Förderung durch eine konsequente Orientierung an den vielfältigen Stärken der Schülerinnen und Schülern. 
  • Eröffnen von Lernchancen durch eine Pädagogik der Vielfalt, die konsequent die unterschiedlichen Lernvoraussetzungen der Schülerinnen und Schüler berücksichtigt, wie zum Beispiel Begabungen, Lernhaltung, Lerntyp, die Lernumgebung im Elternhaus und Vorwissen aus der Lebenswelt 
  • Veränderung von Unterricht und Lernkultur durch Verknüpfung von Unterricht, Zusatzangeboten und Freizeit über Vor- und Nachmittag, Raum für freien Unterricht und für Projekte 
  • Soziales Lernen über verschiedene Altersgruppen hinweg durch Angebote, die das Leben und Lernen in Gemeinschaft, respektvollen Umgang miteinander und soziale Kompetenz fördern 
  • Partizipation durch verbesserte Möglichkeiten der Mitentscheidung, Mitgestaltung und Mitverantwortung von Eltern und Schülerinnen und Schülern 
  • Öffnung von Schule durch Kooperation mit der Kinder- und Jugendhilfe, sozialen und kulturellen Einrichtungen und mit Betrieben vor Ort 
  • Kreative Freizeitgestaltung und Lernbereicherung durch Einbeziehung außerschulischer Angebote, zum Beispiel von Jugendhilfe, Musikschulen, Sportvereinen 
  • Auswahl des Personals beruhend auf Freiwilligkeit zur Mitarbeit und durch vertragliche Bindung an Leitbild und gemeinsame Abmachungen.

Für weitere Indormationen bitte Kontaktaufnahme über info@thomas-w-baumgartner.ch

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