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Website von Thomas Baumgartner

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wo fängt eigentlich freundschaft an?
 
nun, ich muss vorwegnehmen, ich denke nicht erst seit heute. kurz nach meinen ersten worten, die ich sprechen konnte, hat auch bei mir meine denktätigkeit eingesetzt. das verhältnis zu anderen menschen hat mich von da an beschäftigt. dazu geführt hat unter anderem die tatsache, dass die anderen menschen, die in mein leben traten, anders waren als ich. trotzdem hatte ich immer das bedürfnis, ihnen nahe zu sein. in der primarschule wollte ich mir mit einem fiktiven geburtstagsgeschenk eine einladung zu einem geburtstagsfest erkaufen, an welches ich nicht eingeladen war. hat nicht funktioniert. also, eigentlich wollte ich natürlich gerne auch ein freund des geburtstagskindes sein. von ihm akzeptiert sein. aber eben, hat nicht geklappt. er hat nur gesagt: "selber schuld, wenn du einfach ein geschenk kaufst, ohne dass du eingeladen bist“.
 
dafür war ich dann bald einmal verliebt. in das hübscheste mädchen in meiner primarklasse. ich hatte herzklopfen, habe geschwärmt, habe sie angeguckt und heimlich verfolgt, nur, sie wusste und merkte davon nichts. und das über lange zeit. das war mein erster liebeskummer infolge einer (vermeintlich) abgelehnten freundschaft. jetzt so, in meinen reiferen jahren, ist mir bewusst, dass es verschiedenste arten von beziehungen gibt. zwischen der absoluten einsamkeit und inniger freundschaft hin bis zur liebe oder gar grossen liebe gibt es eine ganze palette von beziehungsintensitäten. irgendwo innerhalb dieser palette liegen auch meine facebook-friends. manche etwas näher, andere etwas weiter weg.
 

diese verschiedenartigen beziehungen versuche ich im spannungsfeld von virtualität und realität mit meiner facebook-art (siehe auch album: facebook-art) für mich persönlich etwas zu entwirren. ausserdem versuche ich bewusst und absichtlich, die kommunikation innerhalb meines facebook-daseins zu forcieren. das heisst, ich versuche, die kommunikation aufrechtzuerhalten, bzw. auch manchmal von mir aus zu beginnen. dabei hilft mir natürlich, dass ich wirklich die allermeisten facebook-friends in irgend einer weise persönlich kenne. es gibt da nur ein paar ganz wenige ausnahmen, von denen ich angefragt wurde oder die ich aus einem bauchgefühl heraus selber angefragt habe.

das bedürfnis, freunde zu haben scheint also insgesamt ziemlich weitverbreitet zu sein. jean paul sartre meinte zu diesem thema sinnbildlich in etwa: „allein wird der mensch geboren, und allein stirbt er; nur durch selbstbetrug kann er sich einreden, dass er zwischen diesen beiden entscheidenden augenblicken nicht allein ist.“ betrügen wir uns also alle selber? investieren wir stundenlang zeit, um uns selber etwas vorzumachen? scharren wir also menschen um uns, real oder virtuell, und gehen davon aus, dass diese etwas für uns übrig haben oder sogar an unserem leben interessiert sind? freut es die menschen, wenn es ihren freunden gut geht oder warten sie nur darauf, ihr leid zu sehen, um festzustellen, dass es anderen auch nicht besser geht als ihnen selbst? irgendein anderer philosoph – ich weiss nicht mehr wer – hat einmal von sich gegeben, dass beziehungen nur dazu dienten, genügend zeugen zu haben für sein eigenes dasein! wie wichtig sind beziehungen, welche formen sind echt, authentisch, sozusagen real? was bedeutet kommunikation in diesem zusammenhang? welche art von kommunikation macht welche art von beziehung aus? welche bedeutung hat die kunst (bildende kunst, musik, theater, tanz, textkunst, …) im zusammenhang mit diesem thema?

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ich werde mich weiter mit dem Thema auseinandersetzen. und auch mit leuten diskutieren, ausprobieren, …

rede mit! was denkst du dazu? wo stehst du? wie schon früher gesagt: ich respektiere jede form von reaktion, würde mich jedoch sehr freuen, tatsächlich ein paar rückmeldungen von seiten meiner fb-beziehungen zu erhalten. ja?

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